|
"Galmbacher Marienbild" wieder öffentlich zugänglich
Nach vielen Jahren in Privatbesitz konnte vor kurzem das Galmbacher Marienbild wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Der Verein Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach lud alle Beteiligten zu einem offiziellen Termin in Schloßau in den Kirchturm von St. Wolfgang ein, um die „Galmbacher Madonna“ allen Beteiligten an ihrem neuen Standort vorzustellen und sich für deren Bereitstellung zu bedanken. Zur Odyssee der Galmbacher Madonna Das Bildnis wurde um 1760 in Verbindung mit einem Inschriftstein im Auftrag von Pankratius Franck angefertigt. Anschließend wurde die Madonna in Galmbach, heute Eduardstal, sehr wahrscheinlich in einer Kapelle aufgestellt. Um 1834 wurde das Dorf aufgelöst. Durch einen der Nachkommen von Pankratius Franck (Valentin Franck) kam das Marienbild nach Oberscheidental. Ein anderer Teil der Nachkommen (Michel Franck) zog in den Ünglertsgrund. Dort hat sich der Familienname Frank sogar bis in die heutige Zeit gehalten. Jahre später kam die Galmbacher Madonna von Scheidental nach Schloßau und wurde dort in einer Gebäudenische des alten Bauernhofes der Familie Büchler, nahe dem alten Forsthaus, aufgestellt. Nach Abbruch des alten Bauernhofes, in den 1960er Jahren, kam das Bildnis zum neuen Anwesen Büchler in die Kailbacher Straße. Dort wurde es zunächst eingelagert und danach gut sichtbar an der Außenwand des neuen Wohnhauses angebracht. Später stand es über viele Jahre, für die Öffentlichkeit unzugänglich, im Wohnzimmer des Besitzers, Hubert Büchler. Nach dessen Tod wurde die Madonna wiederum für einige Jahre eingelagert. Jürgen-Büchler Schwab und seine Schwester Sabine Lutz stifteten als Erben die Galmbacher Madonna dem Verein Örtliche Geschichte Schloßau / Waldauerbach, der sie am jetzigen Standort, im Kirchturm von St. Wolfgang aufstellte. |
Der Sockel des Galmbacher Marienbildes erzählt seine Geschichte. Aufnahme der Gebäudenische das alten Bauernhauses der Familie Büchler. Fotografie von Max Walter 1923, Repro: Thomas Müller
|
Zur Geschichte der Galmbacher Madonna
Das Galmbacher Marienbild ist eine halbfigürliche Madonna mit dem spielenden Kinde, die zusammen mit einem Inschriftstein aus Odenwälder Sandstein gefertigt wurde. Das Bildnis wird nach Recherchen von Gotthilde Güterbock, Pankratius Franck und dessen Frau Catharina zugeordnet. Pankratius Franck diente sehr wahrscheinlich während dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) im Preußischen Militär und ließ als Dank seiner glücklichen Heimkehr, diese Relieftafel in Verbindung mit einem Inschriftstein der Stifterfamilie anfertigen. Beide Steine stellte Franck, sehr wahrscheinlich bis zur Auflösung von Galmbach, in eine Kapelle in Richtung Schloßau bzw. Waldauerbach. Der Sockel unter dem Marienbild erzählt bildhaft die eigentlichen Umstände der Errichtung, denn dargestellt ist die Erstürmung der Stadt Zülz im Kreis Oppeln. Hierauf läßt ein eingemeißeltes Hufeisen in Verbindung mit einer Leiter an einer Stadtmauer schließen. Hufeisen und Mauer sind im Stadtwappen der Stadt Zülz aus dem Jahr 1564 enthalten. Die drei Soldaten mit Dreispitzhut vor der Kanone, lassen auf die Soldatenzeit von Pankratius Franck im preußischen Militär schließen, was wiederum einen Bezug zur Stadt Zülz herstellt.
Nach Auflösung des Dorfes Galmbach im Jahr 1836, musste auch die Wegekapelle abgebrochen werden, wobei das Sandsteinbildnis durch den Umzug von Valentin Franck nach Oberscheidental gelangte. Später kam es sehr wahrscheinlich durch die Hochzeit von Johann Valentin Büchler aus Schloßau mit Rosalia Grünwald, deren Mutter, Margaretha Grünwald, eine geb. Frank aus Scheidental war, nach Schloßau. Valentin Büchler stellte das Bild in eine Gebäudenische seines Bauernhauses nahe dem Schloßauer Forsthaus. Dort stand es bis zum Abriss des Wohnhauses der Familie Büchler. Danach lag die Madonna für viele Jahre in der Scheune des neuen Wohnhauses von Hubert Büchler (Urgroßenkel von Johann Valentin Büchler). Hubert Büchler veranlasste, dass die Relieftafel für einige Jahre an der Außenwand des neuen Wohnhauses aufgestellt wurde. Da das Bildnis jedoch um ein Haar gestohlen wurde und um es vor Verwitterung zu schützen, wurde die Relieftafel wieder abgenommen restauriert und von Hubert Büchler anschließend in seinem Wohnzimmer aufgestellt. Hier stand sie, für die Öffentlichkeit unzugänglich, bis zum Tod von Büchler. Dessen Sohn, Jürgen Büchler-Schwab, lagerte das Marienbild danach abermals ein.
Der Verein Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach schlug Jürgen Büchler-Schwab schließlich vor, die Figur in der Kirche St. Wolfgang aufzustellen und sie so wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jürgen Büchler-Schwab und dessen Schwester Sabine Lutz geb. Büchler, waren von dieser Idee begeistert, so dass sie das Bildnis dem Verein stifteten. Durch tatkräftige Unterstützung von Dieter Müller und der freiwilligen Feuerwehr Schloßau konnte die Galmbacher Madonna, vor Umwelteinflüssen geschützt, im Kirchturm von St. Wolfgang aufgestellt werden. Zur Erhöhung der Standsicherheit und als Diebstahlschutz erhielt sie von Dieter Müller einen Metallrahmen.
Die Vereinsführung bedankte sich bei der Familie Büchler-Schwab und bei Sabine Lutz für die großzügige Spende und freut sich, dass die Schloßauer Bildstöcke nun wieder vollständig und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese werden im Rahmen von Führungen durch den Verein Örtliche Geschichte der Öffentlichkeit vorgestellt und erklärt.
Das Galmbacher Marienbild ist eine halbfigürliche Madonna mit dem spielenden Kinde, die zusammen mit einem Inschriftstein aus Odenwälder Sandstein gefertigt wurde. Das Bildnis wird nach Recherchen von Gotthilde Güterbock, Pankratius Franck und dessen Frau Catharina zugeordnet. Pankratius Franck diente sehr wahrscheinlich während dem Siebenjährigen Krieg (1756 bis 1763) im Preußischen Militär und ließ als Dank seiner glücklichen Heimkehr, diese Relieftafel in Verbindung mit einem Inschriftstein der Stifterfamilie anfertigen. Beide Steine stellte Franck, sehr wahrscheinlich bis zur Auflösung von Galmbach, in eine Kapelle in Richtung Schloßau bzw. Waldauerbach. Der Sockel unter dem Marienbild erzählt bildhaft die eigentlichen Umstände der Errichtung, denn dargestellt ist die Erstürmung der Stadt Zülz im Kreis Oppeln. Hierauf läßt ein eingemeißeltes Hufeisen in Verbindung mit einer Leiter an einer Stadtmauer schließen. Hufeisen und Mauer sind im Stadtwappen der Stadt Zülz aus dem Jahr 1564 enthalten. Die drei Soldaten mit Dreispitzhut vor der Kanone, lassen auf die Soldatenzeit von Pankratius Franck im preußischen Militär schließen, was wiederum einen Bezug zur Stadt Zülz herstellt.
Nach Auflösung des Dorfes Galmbach im Jahr 1836, musste auch die Wegekapelle abgebrochen werden, wobei das Sandsteinbildnis durch den Umzug von Valentin Franck nach Oberscheidental gelangte. Später kam es sehr wahrscheinlich durch die Hochzeit von Johann Valentin Büchler aus Schloßau mit Rosalia Grünwald, deren Mutter, Margaretha Grünwald, eine geb. Frank aus Scheidental war, nach Schloßau. Valentin Büchler stellte das Bild in eine Gebäudenische seines Bauernhauses nahe dem Schloßauer Forsthaus. Dort stand es bis zum Abriss des Wohnhauses der Familie Büchler. Danach lag die Madonna für viele Jahre in der Scheune des neuen Wohnhauses von Hubert Büchler (Urgroßenkel von Johann Valentin Büchler). Hubert Büchler veranlasste, dass die Relieftafel für einige Jahre an der Außenwand des neuen Wohnhauses aufgestellt wurde. Da das Bildnis jedoch um ein Haar gestohlen wurde und um es vor Verwitterung zu schützen, wurde die Relieftafel wieder abgenommen restauriert und von Hubert Büchler anschließend in seinem Wohnzimmer aufgestellt. Hier stand sie, für die Öffentlichkeit unzugänglich, bis zum Tod von Büchler. Dessen Sohn, Jürgen Büchler-Schwab, lagerte das Marienbild danach abermals ein.
Der Verein Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach schlug Jürgen Büchler-Schwab schließlich vor, die Figur in der Kirche St. Wolfgang aufzustellen und sie so wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Jürgen Büchler-Schwab und dessen Schwester Sabine Lutz geb. Büchler, waren von dieser Idee begeistert, so dass sie das Bildnis dem Verein stifteten. Durch tatkräftige Unterstützung von Dieter Müller und der freiwilligen Feuerwehr Schloßau konnte die Galmbacher Madonna, vor Umwelteinflüssen geschützt, im Kirchturm von St. Wolfgang aufgestellt werden. Zur Erhöhung der Standsicherheit und als Diebstahlschutz erhielt sie von Dieter Müller einen Metallrahmen.
Die Vereinsführung bedankte sich bei der Familie Büchler-Schwab und bei Sabine Lutz für die großzügige Spende und freut sich, dass die Schloßauer Bildstöcke nun wieder vollständig und für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Diese werden im Rahmen von Führungen durch den Verein Örtliche Geschichte der Öffentlichkeit vorgestellt und erklärt.
Die Familie Büchler-Schwab und Sabine Lutz, geb. Büchler, stifteten die Galmbacher Madonna dem Verein Örtliche Geschichte Schloßau/Waldauerbach, der sie im Rahmen von Führungen der Öffentlichkeit vorstellt.
Das Bild zeigt v. l. n. r.: Dieter Müller (Koordinator), Edmund Link, Tom Blindert, Walter Herkert und Thomas Müller (alle Vorstandschaft VÖG), Corinna Schwab und Jürgen Büchler-Schwab (Stifterfamilie, es fehlt Sabine Lutz), sowie im Vordergrund links, Brigitte Krotz geb. Frank (Nachkomme von Pankratius Frank)
Quellen: Aufzeichnungen von Bruno Trunk und Gotthilde Güterbock, Stammbaum der Familie Büchler
Thomas Müller, Schloßau
Das Bild zeigt v. l. n. r.: Dieter Müller (Koordinator), Edmund Link, Tom Blindert, Walter Herkert und Thomas Müller (alle Vorstandschaft VÖG), Corinna Schwab und Jürgen Büchler-Schwab (Stifterfamilie, es fehlt Sabine Lutz), sowie im Vordergrund links, Brigitte Krotz geb. Frank (Nachkomme von Pankratius Frank)
Quellen: Aufzeichnungen von Bruno Trunk und Gotthilde Güterbock, Stammbaum der Familie Büchler
Thomas Müller, Schloßau